AZUBIT Marius | Bachelor of Science - Wirtschaftsinformatik | Rottenburg

Auf dem Weg zum Gipfel des Mount Meru

In diesem Blogbeitrag berichte ich von dem Versuch von Sven und mir, auf den Gipfel des 5. höchsten Bergs in Afrika zu klettern.

1.Tag: Momella Gate – Miriakamba Hut (2514m)
Endlich war es soweit. Der Rucksack war gepackt und die Wanderung zum Gipfel des Mount Meru konnte beginnen. Sven und ich wurden freitagmorgens um 9 Uhr abgeholt. Der Guide für die nächsten drei Tage begrüßte uns auf dem Parkplatz des CKC 1. Ein großer Geländewagen stand bereits in der Einfahrt. Er brachte uns zum Ausgangspunkt der Bergbesteigung. Die Fahrt dort hin dauerte ungefähr eine Stunde und führte über die Hauptstraße Richtung Arusha. Den ersten Halt legten wir vor dem Momella Gate ein. Der Vulkan Mount Meru liegt in der Mitte des Arusha Nationalparks. Für das Betreten dieses Parks brauchten wir deshalb eine Genehmigung.

Danach ging die Fahrt weiter zu einem Parkplatz im Park. Von dort aus ging es zu Fuß weiter. Doch zunächst lernten wir den Parkranger kennen, der uns zusammen mit acht anderen Gleichgesinnten aus Australien, Israel und Schweden begleiten wird. Unsere schweren Wanderrucksäcke wurden von sog. Portern getragen. Wir haben lediglich die wichtigen Dinge wie Wasser, Essen, Kameras etc. in kleiner Rucksäcke gepackt. Das erleichterte das Wandern um einiges. Außer eines Guides und zwei Portern wurde jede Gruppe von einem Koch und einem Waiter begleitet. Der Waiter sorgte für unser Wohlergehen und übernahm kleinere Aufgaben, wie z.B. den Abwasch. Anfänglich erschienen mir die vielen Leute als ziemliche Überkompensation. Doch am Abend war ich sehr froh darüber nach einer anstrengenden Wanderung nicht selbst kochen zu müssen.

Als wir uns auf den Weg machten, konnte man noch gut in kurzer Hose wandern. Im Tal herrschten ungefähr 30°C bei strahlender Sonne. Der Weg führte durch eine faszinierende Landschaft, die mich an eine Mischung zwischen Bergwald und Jungle erinnerte. Wir sahen einige Tiere wie Affen, Bisons oder Rehe.

Mit vier einhalb Stunden Wanderzeit bis zur Hütte waren wir eine sehr schnelle Wandergruppe und kamen somit um 17 Uhr an der ersten Hütte (Miriakamba Hut) an. Am Abend wurden wir von unserem Guide in den Gemeinschaftsraum gerufen um zu essen. Anschließend ging ich ins Bett um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

2.Tag: Miriakamba Hut – Saddle Hut (3570m) – Little Meru (3820m)
Am Morgen des zweiten Tages wurden wir von einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt. Da fast keine Wolken am Himmel zu sehen waren, konnte man vom Aussichtspunkt der Hütte den Gipfel des Mount Meru bewundern.

Von der Miriakamba Hut führte uns der Weg durch ein dicht bewaldetes Gebiet, das Topela Mbogo („Büffelsümpfe“) genannt wird. Je höher wir gelangten, desto mehr veränderte sich die Umgebung. Aufgrund dem sinkenden Sauerstoffanteil in der Luft wurden die Bäume zunehmend kleiner. Ab einer bestimmten Höhe wuchsen lediglich noch Sträucher. Nach ungefähr fünf Stunden Gehzeit erreichten wir die Saddle Hut.

Nach einer kleineren Pause entschlossen Sven und ich noch einen Abstecher auf den 3800 Meter hohen Little Meru zu machen, bevor wir uns schlafen legten. Denn am nächsten Tag würden wir früh aufstehen.

3.Tag: Saddle Hut – Mount Meru Gipfel (4566 m) – Momella Gate
Um 1 Uhr am Morgen machten wir uns auf den Weg in Richtung Gipfel. Ich wäre gerne noch in meinem Bett liegen geblieben, da ich von dem vorherigen Tag so erschöpft war. Mit Taschenlampen, Kamera und Wasser im Gepäck gingen wir die letzten 1000 Höhenmeter bis zum Gipfel an. Jede Gruppe wanderte diesen letzten Abschnitt bis zum Gipfel mit dem eigenen Guide. So konnte das Lauftempo besser auf die Gruppe abgestimmt werden. Mit der sehr dunklen Nacht und dem staubartigen Weg kam es mir ein wenig wie eine Mondwanderung vor.

Um 5:20 Uhr waren wir am Gipfel angekommen. Wir hatten einen unglaublicher Ausblick auf die Sterne. Nach 30 Minuten begann die Sonne in Richtung des Kilimanjaro aufzugehen und die ganze Anstrengung war erst einmal vergessen. Es war jedoch so kalt, dass mir beim Fotografieren der Landschaft sogar die Kameralinse einfror. Wir sahen uns noch ein wenig die Aussicht an und machten uns dann auf den Rückweg.

Der Abstieg zur Saddle Hut ging viel schneller als der Aufstieg. Nachdem wir um 9 Uhr wieder bei der Saddle Hut ankamen, erwartete uns schon das Frühstück. Danach hatten wir bis 12 Uhr Zeit uns auszuruhen, bevor wir den restlichen Weg abstiegen.

Es war eine unglaublich spannende jedoch auch anstrengende Wanderung.

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