AZUBIT Daniel | Fachinformatiker/in - Anwendungsentwicklung | Köln

Buchhaltung für technische Azubis.

Technische Azubis & Buchhaltung? Was um alles in der Welt ist bitte schön Doppik? Fragen, die wir drei Azubis uns aus dem IT-Systemhaus Köln stellten, als wir vor ein paar Tagen zu einem Einführungsseminar zum Thema Buchhaltung fuhren.

Nein, ich möchte euch jetzt hier keine Übersicht über das Rechnungswesen geben. Ein paar Eindrücke könnt ihr dem Bild entnehmen. Aber den Grund, warum wir das überhaupt machen, den erkläre ich euch gerne. Hey, wir sind doch Techniker! Wofür brauchen wir denn bitte Rechnungswesen?!
Naja, technische Azubis bleiben ja nach der Ausbildung nicht den Rest ihres Lebens in einer Position, die nur das beinhaltet, was in der ursprünglichen Job-Beschreibung steht. Nur weil wir Fachinformatiker im Bereich Anwendungsentwicklung, beziehungsweise Systemintegration sind, heißt das nicht, dass wir nur den ganzen Tag programmieren oder Server administrieren.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werde ich zum Beispiel ins Consulting gehen. Ein Bereich, in dem ich verglichen mit einem Kollegen in der Entwicklung, nur sehr selten mit Code in Berührung komme. Dafür sitze ich dann beim Kunden im Besprechungsraum, wenn er uns dann beauftragt hat, um mit ihm in einem Workshop auszuarbeiten, wie seine Buchhaltung jetzt in dieses System übertragen wird.
Ich muss mich daher in meinem Beruf nicht nur mit Servern, Datenbanken und dem Programmieren auskennen, indem ich das System aufspiele, die Datenbanken einrichte und gegebenenfalls kleine Anpassungen sofort vornehme, sondern ich muss auch Buchhaltung verstehen. Warum? Weil ich die gesamten Workflows erstellen muss, die in der Buchhaltung des Kunden vorgenommen werden. Was passiert mit einer Rechnung die reinkommt? Wird die sofort gebucht? Muss da vielleicht erstmal jemand drüber gucken? Vielleicht der Chef persönlich, ab einem bestimmten Betrag? Was ist denn Skonto? Warum dies? Wie jenes? Welches Bankkonto macht was? Was passiert mit Rechnungen die zwar zum Kunden ins Büro geschickt werden, deren Lieferort aber ganz woanders liegt. Und so weiter und so fort. Damit man dort nicht jede Kleinigkeit beim Kunden erfragen muss, ist hier ein grundsätzliches Verständnis von Buchhaltung, Rechnungswesen und Co. sehr von Nutzen.

Wir alle müssen so etwas verstehen. Zum Beispiel hat das Team, dem ich angehöre, jedes Quartal ein Bereichsmeeting. Ein Bestandteil dieses Meetings ist die Präsentation unserer Quartalszahlen. Mein Teamleiter bekommt da nicht vom Geschäftsführer einen Zettel auf dem ein paar Zahlen stehen, die er dann brav vorliest. Diese Zahlen müssen aufgearbeitet werden. Wer also von euch mal eine höhere Position anstrebt, wird eher früher als später solches Wissen benötigen.

Als abschließender und ganz trivialer Grund, sei am Ende noch etwas ganz Einfaches erwähnt: Man bekommt für sein Projekt eine Rechnung vom Hersteller. Da sollte man dann auch in der Lage sein, diese, gerne auch mal größere und komplexere Rechnungen, auf Anhieb zu verstehen, bevor man sie zur weiteren Bearbeitung gibt. ;-)

Ich hoffe, dass ich euch damit zeigen konnte, dass man auch in technischen Berufen etwas von Rechnungswesen und Buchhaltung verstehen sollte, auch wenn da unser eintägiger Crashkurs erst einmal ausreichend war. Wenn ihr zu dem Thema Fragen habt, dann immer her damit! Ansonsten bis zum nächsten Mal!

Daniel

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