AZUBIT Nadine | Bachelor of Science - Wirtschaftsinformatik | Neckarsulm

Das Leben eines DH-Studenten.

Für viele ist der Begriff eines Studierenden immer mit gleichen Klischees versehen: eine Party hier, die nächste da und das Lernen? „Kommt schon noch.“

All die Fragen über Partys, wilde Studentennächte oder ständiges „Chillen“ in einem Café, bei dem man sich Skripte durchliest, musste ich mir oft anhören.
Viele Menschen hegen diese typischen Vorurteile in ihrem Kopf. Das mag vielleicht auf eine Vielzahl Studierender zutreffen, aber nicht auf dual Studierende.

Das duale Studium, welches sich in praktische und theoretische Phasen aufgliedert, ist ein Intensivstudium. Es ist nicht mit einem „normalen“ Studium an
einer Universität zu vergleichen. Da die Hälfte des dualen Studiums, also ca. 1,5 Jahre, im Betrieb stattfindet, bleiben „nur“ weitere 1,5 Jahre für die Theorie.
Dadurch wird ziemlich viel Input innerhalb kürzester Zeit gegeben. So hat man 8-Stunden Tage, an denen es vorkommen kann, dass man auch mal komplett BWL an einem gesamten Tag hat (natürlich inklusive Mittagspause, die meistens 45 Minuten lang ist). Ihr seht also, so ein Vorlesungstag weicht kaum von einem normalen Arbeitstag ab. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, bei denen man evtl. nur einen halben Tag Vorlesung hat oder hin und wieder auch frei. Diese freie Zeit ist natürlich ein tolles Schmankerl zwischendurch. Dieses sollte man allerdings nutzen, da es für das Lernen und Aufbereiten der Inhalte eingelegt wird. Partys sind dadurch an den freien Tagen eher selten im Gange, wenn man sie tatsächlich zum Lernen nutzt.

Für dual Studierende gibt es leider keine Semesterferien, man hat lediglich die vertraglich mit dem Unternehmen vereinbarten Urlaubstage, die man in den Praxisphasen nehmen kann. So werden besonders die Theoriephasen zu „Intensivphasen“, in denen es gilt am Ball zu bleiben und die Prüfungen gut zu meistern. Der Vorteil gegenüber einem normalen Unistudium ist, dass man – sofern keine Zwischenfälle auftreten – nach drei Jahren den Bachelor-Titel „in der Tasche“ hat, an einer Universität kann ein Studium wesentlich länger dauern, vor allem wenn man selbst die eigenen Vorlesungspläne gestalten kann und manches immer weiter nach hinten schiebt.

Ich persönlich finde es gut, einen festen Vorlesungsplan zu haben. Auch die Anwesenheitspflicht spricht mich mehr an als das „freie“ Studentenleben an einer Universität. Ich bin dadurch gebunden und habe die Pflicht, die Vorlesungen zu besuchen und meine Anwesenheit zu unterschreiben. So schiebe ich nichts vor mich hin und ziehe gewisse Dinge nicht weit in die Zukunft raus. Klar ist, dass man ein duales Studium wollen muss. Man sollte nicht mit dem Gedanken „Ich lass das Ganze mal auf mich zukommen.“ in solch ein Studium starten. Der Wille und die Disziplin müssen durchaus vorhanden sein – auch das Zeitmanagement sollte gut durchdacht sein. Und wenn man zuvor Schwierigkeiten mit einem guten Zeitmanagement hatte, lernt man es durch das duale Studium auf jeden Fall.

Natürlich möchte ich keinen abschrecken, aber jeder muss wissen, was er möchte, was er kann und vor allem was er sich zutraut. Also informiert euch gut und macht euch eure Gedanken.

Liebe Grüße

Nadine

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