AZUBIT Daniel | Fachinformatiker/in - Anwendungsentwicklung | Köln

Der Girls’Day 2016 – Ein Rückblick auf einen erfolgreichen Tag

Am 28. April 2016 fand in Deutschland der Girls’Day statt – unter anderem auch im Bechtle IT-Systemhaus in Köln. Zeit für einen kleinen Rückblick und etwas, das ich noch nie geschrieben habe: einen Appell.

Im Herbst des letzten Jahres – meine zwei neuen Azubi-Kollegen und ich hatten gerade die ersten zweieinhalb Monate unserer Ausbildung hinter uns gebracht – saßen wir mit den anderen Azubis des IT-Systemhauses Köln in einem unser regelmäßigen Azubi-Meetings, als uns unsere Ausbildungsleiterin mit einer Frage überraschte: „Hättet ihr nicht Interesse daran den Girls’Day nächstes Jahr bei uns zu organisieren?“
Klar, warum nicht. Kann ja keine große Arbeit sein. Oh wir armen, unwissenden Seelen.

Die nächsten Monate trafen wir uns regelmäßig zu unregelmäßigen Meetings, tauschten Ideen aus, überlegten was wir mit den Mädchen unternehmen würden und dutzende andere Dinge. Kaum schien eine Sache geklärt und abgehakt, tat sich ein anderes Problem auf. Beispiel gefällig? Wir hatten uns für ein Mittagessen mit Hot Dogs entschieden. Alles war geregelt, alles war geklärt, organisiert und die entsprechenden Leute bereits zum Einkaufen eingeteilt, da bemerkte eine Kollegin, das es ja auch Vegetarier, Veganer oder Leute gibt, die aus religiösen Gründen kein Fleisch essen. Ein Satz und schon schieden die Würstchen aus! Also alles wieder auf Anfang …

Wir haben es natürlich trotzdem geregelt bekommen. Am Ende entschieden wir uns für mehrere Aktivitäten. Zwei Kollegen würden mit den Mädchen Netzwerkkabel „basteln“, unsere IT-Systemkaufleute hatten eine Einführung in das Thema Kundenauftrag vorbereitet – und zwar in unserem schicken, neuem Showroom, ich hatte alle möglichen alten Rechner aus dem Elektroschrott zum Auseinanderschrauben und am Ende gab es noch eine Präsentation über AZUBIT, Zeit für Fragen und ein IT-Quiz.

Anfangs hatten wir noch Angst, dass wir nur das eine oder andere Mädchen interessieren könnten, aber je näher das Datum rückte, desto mehr Anfragen bekamen wir. Die ursprüngliche Besucherzahl von 15 haben wir kurzerhand auf 18 erhöht und  mussten am Ende sogar Absagen verschicken. Wir bekamen sogar eine Gruppenanmeldung von fünf Flüchtlingen, die ein starkes Interesse an IT und teilweise sogar Vorbildung dazu hatten.

IMG_1027

Donnerstags war es dann so weit: Wir begrüßten die Mädchen morgens um zehn zu einer kleinen Einführung. Danach wurden alle in drei Gruppen aufgeteilt, die dann durch die einzelnen Stationen rotierten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es dann in den Endspurt mit anschließendem IT-Quiz – inklusive Preisverleihungen!

Der Tag war ein großer Erfolg. Die Mädchen waren mit viel Elan dabei und selbst, dass es niemand auch nur ansatzweise schaffte, ein Netzwerkkabel zusammenzubauen, hat keinen gestört. Spaß hatten alle! Ich muss auch sagen, dass ich überrascht bin, wie sich die Mädchen in meiner Gruppen auf die Rechner stürzten und diese völlig ohne Berührungsängste zerlegten. Das reinste Schlachtfeld.

collage_web-large

Jetzt zu meinem angekündigten Appell:

Mädels, traut Euch! Für viele von Euch ist „IT“ etwas, dass andere Leute, meistens Jungs, interessiert. Warum eigentlich? Ihr nutzt genauso Smartphones wie die Jungs in Euren Klassen. Für viele von Euch sind Playstation und Xbox keine unbekannten Wesen mehr. Social Media ist ein alltäglicher Begleiter geworden. Die Zeiten, in denen Computer nur in Zimmern von Jungs aufzufinden waren, sind lange vorbei. IT’ler sind langhaarige, junge Männer, die im dunklen Keller bei Eistee und kalter Pizza vor dem Monitor sitzen und bevorzugt Schwarz tragen? In meinen Klassen finde ich da gerade mal einen, der dieses Klischee erfüllt. Der IT ist es völlig egal, ob ein Mann oder eine Frau an ihr arbeitet und trotzdem sind technische Fächer immer nur etwas für Jungs. Daher würden wir alle gerne mehr von Euch bei uns begrüßen und ausbilden. Noch zum Anfang der 90er Jahre waren mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze im IT-Bereich von Frauen besetzt. Das erste Computerprogramm – entwickelt von einer Frau: Ada Lovelace. COBOL, eine der ersten großen Programmiersprachen – entwickelt von einer Frau: Grace Hopper, die zufällig auch noch den Begriff „Bug“ für einen Computerfehler prägte. Der Bordcomputer, mit dem Menschen auf dem Mond landeten – programmiert und mitentwickelt von einer Frau: Margaret Hamilton. Um nur einige zu nennen.
Hört nicht auf Leute, die behaupten, dass Computer und Technik nur was für Jungs sind. Traut Euch! Den ersten Schritt habt mit dem Lesen dieses Artikels bereits geschafft.

Wir freuen uns bereits auf den Girls’Day 2017 und hoffen Euch dazu begrüßen zu dürfen! Ja, auch DICH!

0 Kommentare

Hier ist Platz für deinen Kommentar.