AZUBIT Daniel | Fachinformatiker/in - Anwendungsentwicklung | Köln

Die Zwischenprüfung – eine Geschichte voller Missverständnisse.

Wann? Wo? Wie? Was kommt dran? Ist sie schwer? Was passiert, wenn ich nicht bestehe?
Meine Zwischenprüfung fand Ende April statt. Heute möchte ich euch meine Erfahrungen weitergeben, ein paar Dinge aufklären und hoffentlich auch einigen von euch die Sorgen, oder zumindest die Angst etwas nehmen.

Es gibt wenige Dinge, die eine Klasse in der Berufsschule in zwei Gruppen teilt und die meisten davon sind je nach Ausbildungsberuf auch noch verschieden: Raucher und Nichtraucher. Männer und Frauen. In meinem Beruf dann vielleicht noch die Nerds, die für ihren Beruf leben und Leute, die die Ausbildung machen, weil sie sich davon einen Job in einer zukunftssicheren Branche versprechen. Aber einen Unterschied gibt es immer, dank der Zwischenprüfung. Sie teilt die Klasse nämlich in Leute die – naja, sagen wir mal, die sich deswegen Sorgen machen und in die Leute, die das ganz gelassen sehen.

Die Zwischenprüfung findet zur Mitte der Ausbildung statt, also zur Mitte eures zweiten Ausbildungsjahres. Eine Ausnahme gibt es natürlich für die unter euch, die verkürzen. Dann findet sie bereits im frühen Herbst, also zum Anfang des zweiten Ausbildungsjahres statt. Eine Mitschülerin hat das etwas überrascht. Sie wusste zwar, dass sie verkürzen wird, aber als plötzlich der Brief mit der Einladung zur Zwischenprüfung kam, fiel sie erst mal aus allen Wolken. Dass diese dann natürlich auch früher stattfindet, war ihr nämlich nicht bewusst. Sie hatte dann knapp drei Wochen Zeit, um zu lernen.

Und wie läuft das jetzt ab? Auf eurer Einladung stehen Datum, Ort und Uhrzeit der Prüfung. Je nachdem bei welcher IHK ihr eure Ausbildung macht, bzw. in welcher Stadt, kann es mehrere Prüfungsorte geben. Unsere Klasse war auf mindestens vier verschiedene Orte aufgeteilt und das sind nur die, von denen ich weiß. Nach welchem Sinn diese Aufteilung durchgeführt wird, habe ich allerdings bis heute nicht herausgefunden. So kam es leider zu der Situation, dass einige von uns fast zwei Stunden zu ihrem Prüfungsort fahren mussten.

Und so sieht die Einladung dann aus

Zum Prüfungsablauf kann ich mich kurzfassen. Ihr habt 90 Minuten Zeit um ca. 40 Fragen zu beantworten. Die genaue Anzahl schwankt jedes Jahr. Es handelt sich mit ganz, ganz, GANZ wenigen Ausnahmen nur um Multiple Choice Fragen. Die Ausnahme waren bei mir zwei Fragen, bei denen man etwas rechnen musste. Ich kann euch aber beruhigen: Es waren beides Rechnungen, auf dem Niveau einer fünften Klasse. Wer also schon ein Mal Plus, Minus, Mal und Geteilt gerechnet hat und das auch auf einem Taschenrechner kann, hat hier nichts zu befürchten! ;-)

Zwischendurch gehen die Prüfer durch die Reihen und überprüfen euren Personalausweis, um sicherzugehen, dass nicht der Kollege, der die Prüfung schon vor drei Jahren mit 97% bestanden hat, für euch jetzt dort sitzt. Ach so, aus eigener Erfahrung kann ich diejenigen von euch beruhigen, denen ein Tag vorher auffällt, dass Personalausweis, Führerschein und Reisepass alle abgelaufen sind – das interessiert dort keinen.

So einen Umschlag werdet ihr dann auch auf dem Platz vorfinden.

Und was wird jetzt überhaupt gefragt? Ganz einfach: Alles was in der Ausbildung irgendwann mal drankommt, kann in der Zwischenprüfung abgefragt werden. Ja, das beinhaltet auch Dinge, die ihr erst im dritten Jahr lernt. Aber ganz ehrlich, mit etwas Nachdenken, können sogar diese Fragen einigermaßen beantwortet werden – Multiple Choice sei Dank!

Was ist, wenn ich nicht bestehe? Nichts. Die Zwischenprüfung hat zwei Funktionen. Zum einen – und das ist das Wichtigste daran – ist die Teilnahme an der Zwischenprüfung die Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Ihr müsst also nur hingehen und mitmachen. Aber ihr MÜSST. ;-)
Zum anderen dient die Zwischenprüfung als Barometer, wo ihr momentan steht, wo ihr vielleicht noch etwas lernen solltet oder wo es noch Lücken gibt.
Die Ergebnisse – eine Note gibt es bei der Zwischenprüfung nicht – tauchen auf keinem Zeugnis auf.

Ich hoffe, das hat euch jetzt ein wenig geholfen, der Zwischenprüfung etwas gelassener entgegenzusehen.
Das heißt übrigens nicht, dass ihr dafür nicht lernen solltet. Ich glaube, eure Chefs möchten, dass ihr trotzdem ein vernünftiges Ergebnis erreicht. ;-)

 

Bis zum nächsten Mal,

Daniel

2 Kommentare

Hallo Stefan,

danke für deine Frage! Ich habe mich tatsächlich hauptsächlich durch alte Prüfungen durchgearbeitet, einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Fragen überhaupt gestellt werden. Wenn dann tatsächlich etwas gefragt wurde, das ich noch nicht kannte, habe ich es mir kurz angeguckt. Wie gesagt, es können durchaus Fragen zu Themen vorkommen, die man erst NACH der Zwischenprüfung in der Schule durchnimmt.

Damit fährt man eigentlich auf der sicheren Seite.

Liebe Grüße,
Daniel

Hallo Daniel,

wie hast du dich denn auf die Zwischenprüfung vorbereitet? Einfach alte Prüfungen durchgearbeitet? Oder hast du eine Literaturempfehlung?

Viele Grüße!
Stefan

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