AZUBIT Victoria | Bachelor of Arts - Handel | Neckarsulm

Frauen in Führungspositionen bei Bechtle.

Interview mit Melanie Schüle, Leitung Geschäftsentwicklung Networking Solutions.

Über welche beruflichen Stationen sind Sie zu Bechtle gekommen?

Ich bin eine Quereinsteigerin. Nach einer Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin und einer Station in der Objektsteuerung eines Handelsunternehmens habe ich vor ca. 14 Jahren als Produktmanagerin für Compaq meine Karriere bei Bechtle begonnen. Die neue Aufgabe reizte mich sehr und so habe ich mich intensiv weitergebildet und im Unternehmen engagiert. Schon nach kurzer Zeit wurde mir die Leitung des Compaq-Teams übertragen, das in den folgenden zehn Jahren von zwei auf 24 Personen  mit einer signifikanten Umsatzsteigerung angewachsen ist. 

Die Geburt meines Sohnes 2009 brachte nicht nur private Veränderungen, sondern bewegte mich auch dazu, meine berufliche Ausrichtung zu überdenken. Nach zehn Jahren suchte ich eine neue Herausforderung in den Bechtle IT-Lösungsthemen, allen voran die Geschäftsentwicklung Networking Solutions sollte von nun an mein Steckenpferd werden. Seither baue ich mit meinem Team das Geschäftsfeld Networking Solutions und BATP strategisch auf.

Was motiviert Sie?

Ein Teil vom Ganzen zu sein! Ich bin stolz darauf, bei und für Bechtle zu arbeiten. Dazu gehört auch, dass mich die Bechtle Geschichte, besonders das Lebenswerk von Ralf Klenk und Gerhard Schick beeindrucken. Zudem ist die Branche interessant. Sie ist modern, schnelllebig, dynamisch und fordernd, das passt zu meinem Naturell. Nicht zuletzt motiviert es mich, mit meinem engagierten Team jeden Tag neue Herausforderungen zu meistern, sportliche Ziele zu setzen und vor allem zu erreichen.

Was bedeutet für Sie Führung? Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Man sollte Spaß am Erfolg, vor allem dem gemeinsamen Teamerfolg haben, und für die Führungsaufgabe motiviert sein. Mir ist persönlich wichtig, für meine Teamkollegen auf Augenhöhe ansprechbar zu sein. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass meine Mitarbeiter selbstständig arbeiten, Verantwortung übernehmen und sich aktiv mit neuen Ideen einbringen. 

Führen Frauen anders als Männer?

Bestimmt. Das wird ja auch erwartet, stimmt’s? Männer seien angeblich eher rational und sachlich, während Frauen nachgesagt wird, eher emotional zu agieren. Frauen führen anscheinend mehr mit Herz! Ich freue mich, wenn das so ist – darauf kommt es doch an. In jedem Fall sage ich, wir Frauen sind ebenso zielorientiert, rational und sachlich wie Männer, wir drücken es nur anders aus.

Der Frauenanteil in der IT-Branche ist sehr gering. Welche Fähigkeiten sind für Frauen wichtig auf dem Weg in Führungspositionen?

Man muss sich etwas trauen, auch vieles wagen und lösungsorientiert sein. “Probleme“ will niemand hören oder besser, sollte doch niemand hören wollen. Wichtig ist das richtige Auftreten in der Männerwelt: sich behaupten und nicht alles persönlich nehmen – das ist für viele Frauen sicherlich eine Herausforderung. Und dabei doch bitteschön Frau bleiben! Außerdem sind Frauen, die Karriere und Familie vereinbaren, wahre Organisationswunder. Diese Fähigkeit hilft ihnen im Job und unterscheidet sie vielleicht sogar von der Männerwelt. Ansonsten ist meine absolute Überzeugung, dass es am Ende die Mischung macht. Dabei muss jeder die „vermeintlich andere Welt“ als das akzeptieren, was sie ist, nämlich Geschäftspartner auf Augenhöhe.

Welche Hindernisse gibt es als Frau in der Arbeitswelt?

Ich sehe keine. Hindernisse zeigen sich eher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn man etwa keine adäquate Kinderbetreuung findet. Der Arbeitgeber sollte hierbei auch unterstützen. Außerdem plädiere ich in dem Zusammenhang unter anderem für maximal flexible Betreuungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen und qualitativ bestens ausgebildetes Betreuungspersonal – hier darf nicht gespart werden.

Haben Sie sich in Ihrem Berufsleben als Frau benachteiligt gefühlt?

Nein. Ich bin früher oft die einzige Frau auf einer Veranstaltungen gewesen und ich wurde immer respektiert und akzeptiert. 

Wie definieren Sie persönlichen Erfolg?

Persönlicher Erfolg ist für mich, wenn ich andere begeistern und mitreißen kann. Außerdem ist Vertrauen für mich eine Art Auszeichnung und Gütesiegel für meinen persönlichen Erfolg.

Was können Sie den Auszubildenden und Studenten mit auf den Weg geben?

Geht euren Weg und seid mutig, Neues auszuprobieren. Auch, oder vor allem der Glaube an sich selbst und seine Fähigkeiten ist enorm wichtig. Und wenn mal was schief geht, nicht entmutigen lassen. Ein schönes Sprüchlein, welches einer meiner Lebensmottos widerspiegelt, sagt: „hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!“ So machen es die anderen übrigens auch … 

Bild Melanie Schüle, Bechtle

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