Gastbeitrag

Karrieresprungbrett: Mein Praktikum bei Bechtle.

Welcher Schüler kennt sie nicht – die Panik kurz vor dem Schulabschluss. Das Ende ist doch näher als man denkt und immer mehr Verwandte und Bekannte stellen die gefürchtete Frage: „Und? Was hast du nach der Schule so vor?“ Studium, Ausbildung, Freiwilligendienst, Praktikum oder doch lieber ins Ausland?

Hi! Ich bin Mona, 18 Jahre alt und arbeite seit September 2017 in der Unternehmenskommunikation als Praktikantin. Wie ich dazu gekommen bin und wo ich jetzt stehe, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag :-)

Kommunikationsprüfung im Februar, schriftliches Abitur im April und Mai, mündliches Abitur im Juni – mit Beginn der 12. Klasse wirkte das noch unwirklich fern, aber natürlich war mir klar: In einem Jahr sollte ich wissen, was ich mit meinem Leben nach der Schule anfangen will. Nicht zur Debatte stand für mich, dass ich studieren wollte, aber nicht gleich im Herbst nach dem Abitur, sondern zum Sommersemester im März. Ein halbes Jahr tatenlos herumsitzen wollte ich allerdings auch nicht, sondern lieber mein Erfahrungsrepertoire und meinen Lebenslauf mit Praktika aufstocken.

Im Herbst stieß ich schließlich bei Recherchen auf den Studiengang „Public Relations/Crossmedia Redaktion“ (PR/CR) an der Hochschule der Medien Stuttgart und nach dem Besuch des Studieninformationstages war mir klar: „Das ist es.“ Und siehe da, der Studiengang verlangte ein Vorpraktikum in einer Kommunikationsabteilung oder Redaktion von mindestens sechs Wochen. Ich hatte so also die Chance, meinen Wunsch nach Praktika und Studium sozusagen auf einmal umzusetzen. Perfekt also!

Nur ist die Suche nach einem passenden Praktikumsplatz leider nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Ein enger Freund der Familie, der bei Bechtle Logistik & Service GmbH arbeitet, erzählte mir schließlich von der Abteilung Unternehmenskommunikation, in der er sich mich gut vorstellen und einen Kontakt herstellen könnte.

Bechtle – ein bekannter Name, in der Nähe, modern, mit Marktpräsenz. Klang nach einem guten Angebot. Bisher hatte ich nur als Aushilfe im Einzelhandel gejobbt. Die Arbeit in einem so großen Unternehmen würde sich also unglaublich interessant und lehrreich für mich gestalten. Ich stimmte einer Kontaktanbahnung zu und setzte mich gleich an den Laptop, um mir Informationen über das Unternehmen anzulesen und Bewerbungsunterlagen vorzubereiten.

In den Osterferien, kurz vor den schriftlichen Prüfungen, wurde ich schließlich zu einem Vorstellungsgespräch in Neckarsulm eingeladen. Nach einer kleinen Odyssee mit Bus, Bahn und Taxi – als damals noch Führerscheinlose von Untergruppenbach nach Neckarsulm zu gelangen war ganz schön spannend – stand ich mit großen Augen am Empfang und dachte mir nur: „Wow… und die wollen mich haben? Hier könnte ich arbeiten?“ In diesem Moment noch fast unvorstellbar.

Nach meinem freundlichen Bewerbungsgespräch in der Piazza (auch ein Erlebnis) hat sich diese Ansicht aber schnell geändert: Ich konnte es mir bei Bechtle vorstellen und ich wollte es, unbedingt.
Ich brachte mein Abi erfolgreich hinter mich, deckte mich mit neuen Blusen und Blazern ein und stand schließlich am 11. September um kurz nach 8 Uhr in „meinem“ Büro. So viele neue Gesichter und Namen warteten dort auf mich. Und gleich an meinem ersten Tag gab es ein Geburtstagsfrühstück für einen der Kollegen mit Besuch von Leuten aus den anderen Abteilungen im Stockwerk – zugegeben, etwas überrumpelt war ich zu Beginn also schon. Zudem bekam ich sogar „nur“ als Praktikantin einen Laptop, einen Bildschirm und ein Videotelefon. Besonders seltsam für mich war regelmäßig auf den Vorstand zu treffen – klar, auf einem relativ kleinen Stockwerk ist das selbstverständlich, und trotzdem stand man mit den Chefs eines Unternehmens mit drei Milliarden Euro Umsatz und über 8.000 Mitarbeitern in der Teeküche.

Im Laufe der ersten Wochen wurde ich dann schon mit den ersten Herausforderungen konfrontiert. Kontakt mit Bereichsleitern und Produktmanagern aufnehmen, um die Awards der Bechtle Gruppe zusammenzutragen, bei Geschäftsführern anrufen, um eine Nachhaltigkeitsübersicht für den Vorstand zusammenstellen, ein Meeting der Marketing-Community besuchen, bei der Herausgabe eines Kunden- und eines Mitarbeitermagazins mitarbeiten und beim PR-Netzwerktreffen Heilbronn dabei sein… ich war von Anfang an mitten drin.

Auch für die beiden Magazine Bechtle Update und Bechtle Inside durfte ich Content liefern und bei der Qualitätssicherung vor dem Go-Live der neuen bechtle.com mitwirken. Mit einem Content Management System hatte ich vorher noch nie gearbeitet, aber mittlerweile komme ich sowohl mit Magnolia als auch mit Silverstripe sehr gut zurecht.

Und wie läuft eigentlich die Kommunikation in einem dezentral und international aufgestelltem Unternehmen ab? Wie setzt man eine Corporate Identity um? Warum braucht ein Unternehmen eine Marke? Was macht einen erfolgreichen Facebook Post aus? Welche Herausforderungen stecken wirklich hinter dem Roll-Out einer neuen Webseite? Worauf kommt es beim Pressespiegel an?
Das alles und noch viel mehr konnte ich während meines Praktikums in der Bechtle Unternehmenskommunikation herausfinden. Außerdem habe ich gelernt, dass sich die Arbeit der UK nicht nur auf Pressearbeit beschränkt, wie ich zuvor gedacht habe – interne Kommunikation, z.B. via Intranet und Mitarbeitermagazin, Social Media und Corporate Design fallen ebenfalls in unseren Aufgabenbereich, ebenso wie Nachhaltigkeit, Bilddatenbank, teils AZUBIT und auch z.B. der neue PowerPoint Master.

Ende November, Anfang Dezember neigte sich mein dreimonatiges Praktikum schließlich dem Ende zu – aber wirklich gehen wollte ich noch nicht. Ich hatte meinen Job und vor allem mein Team so ins Herz geschlossen und konnte mir noch nicht vorstellen, nach Vertragsende einfach nicht mehr ins Büro zu fahren. Mein Praktikumsende wirkte einfach unwirklich. Das Verlängerungsangebot, das mir in meiner „letzten“ Bechtle Woche unterbreitet wurde, war also perfekt – bis Ende Februar dürfte ich bleiben und ich musste nicht nochmal drüber schlafen, ich habe sofort angenommen. Das war ein riesiges Kompliment für mich – offenbar habe ich wohl etwas richtig gemacht :-)

Mit der Verlängerung wurden mir neue, größere Aufgaben übertragen – Erstellung von Artikeln im digitalen Update und Anlegen von neuen Seiten auf der bechtle.com, anstatt nur Inhalte einzupflegen, selbstständige Führung von Interviews für das Bechtle Update und die Wirtschaftsstimme, Mithilfe bei der Überprüfung der Richtigkeit von Angaben im Nachhaltigkeitsbericht… und auch einen Gastbeitrag auf AZUBIT verfassen :-)

Ende Januar habe ich dann, während ich gemütlich in der Piazza zu Mittag saß, eine E-Mail der Hochschule erhalten: Mir wurde nicht nur für PR/CR, sondern auch für den anderen Studiengang, auf den ich mich beworben habe, Online-Medien-Management (OMM) Zulassungsangebote unterbreitet. Ich habe erst gedacht, ich sehe nicht richtig – nicht nur wurde ich zugelassen, ich musste mich sogar zwischen Angeboten entscheiden. Das war gar nicht so einfach… nach langem Hin- und Herüberlegen und Gesprächen mit meiner Familie und Freunden, meinen Teamkollegen und auch Kollegen aus anderen Abteilungen, habe ich mich schließlich für PR/CR entschieden. Mitte März geht es für mich los – gar nicht mehr so lange hin…

Es wird ganz bestimmt seltsam werden, nach einem halben Jahr Vollzeit-Büroalltag wieder auf eine Lernsituation umzusteigen, aber ich freue mich jetzt schon auf die Hochschule und wer weiß? Vielleicht verschlägt es mich in Zukunft ja noch einmal zu Bechtle :-)

Viele Grüße
Mona

1 Kommentar

Was machen wir nur ab März ohne dich?! :)

Hier ist Platz für deinen Kommentar.