AZUBIT Nathalie | Bachelor of Arts - Onlinemedien | Bachelor of Arts - Onlinemedien | Neckarsulm

„Klappe auf und ab in die Freiheit“ – Filmprojekt mit kleinen Fellnasen

Heute möchte ich euch von meinem Lieblingsprojekt meines bisherigen Studiums erzählen: Dem Dreh eines Dokumentarfilms – von der Planung über die Drehtage bis hin zur großen Filmpremiere.

Eines der Highlights im Studium „Onlinemedien“ ist wohl der Dreh eines Dokumentarfilms im dritten Semester. Seit 8 Jahren gibt es nun schon das Projekt Stadt-Land-Fluss-Geschichten, bei dem Menschen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis portraitiert werden. Hierfür kommen extra zwei Dozenten der DOK-WERK Filmkooperative Berlin zu uns in den Kurs und lehren uns alles, was wir über das Filmen und Schneiden von Dokus wissen müssen.

Nachdem die Theorie vermittelt wurde, folgte schon die erste praktische Herausforderung: Jedes Team musste einen interessanten Protagonisten für seinen Film finden. Das war erstmal leichter gesagt als getan. Wie findet man eine außergewöhnliche Person im Neckar-Odenwald-Kreis? Und so wurde gegoogelt, sich umgehört und sogar die guten alten Telefonbücher gewälzt. Die springende Idee hatte ich dann eines Morgens beim Zähneputzen. Vor fast exakt zwei Jahren hatte ich drei verwaiste Eichhörnchenbabys zu einer Aufzuchtstation nach Billigheim gebracht – und das liegt glücklicherweise nur 15 Minuten von Mosbach entfernt. Schnell war der Kontakt hergestellt und Sonja, die Eichhörnchenmama, war sofort von der Idee begeistert.

Ein paar Tage später schon standen wir dann bewaffnet mit Kamera, Stativ, Tonangel, Mikrofon, Licht und weiterem Equipment vor Sonjas Tür. Und damit begann eine wirklich aufregende und tolle Woche für uns alle. Gleich zu Beginn mussten die Eichhörnchenbabys erst einmal gefüttert werden. Die komplette Filmcrew durfte die kleinen Fellnasen in der Hand halten bis sie an der Reihe waren. Mal ganz ehrlich – gibt es was Schöneres?

Wir dürfen die Eichhörnchen halten.

 

Danach ging es aber an die Arbeit. Am ersten Tag stand das große Masterinterview an. Hierbei musste alles abgedreht werden, was später im Film aus dem OFF zu hören ist. Also die Tonspur, die nicht vom eigentlichen Bild kommt, sondern später darüber gelegt wird. In diesem Fall Sonjas Stimme.

Die anderen drei Tage begleiteten wir unsere Protagonistin bei ihren alltäglichen Aufgaben mit den Hörnchen und bei der Arbeit. Wir tauchten also komplett in ein anderes Leben ein und folgten ihr auf Schritt und Tritt. Das war auch für Sonja eine ungewohnte Situation. Aber da wir uns alle von Beginn an super verstanden haben, hatten wir viel Spaß bei der Sache. Auch die ausgewachsenen Eichhörnchen in der Außenvoliere staunten nicht schlecht, als wir uns mit unserer Filmausrüstung in ihrem Zuhause breit machten. Die Angst war schnell verflogen und die Neugier überwog… und so wurden wir genaustens inspiziert und aus der Nähe betrachtet. Das war natürlich auch für uns ein tolles Erlebnis, die sonst so scheuen Tiere hautnah zu erleben 😍.

 

Die Tage vergingen wie im Fluge. Als dann jede Filmaufnahme unseres Drehbuchs im Kasten war, hieß es erstmal Abschied nehmen. Wir hatten Sonja, ihre Familie, die Eichhörnchenbande und die anderen Haustiere echt ins Herz geschlossen.

In den nächsten drei Tagen stand der Filmschnitt an. Alle Szenen mussten sortiert, ausgewählt, geschnitten und in eine logische Reihenfolge gebracht werden. Das nahm mehr Zeit in Anspruch, als wir uns vorgestellt hatten. Nach zwei langen Tagen, vielen Anpassungen und Neuanordnungen stand dann der grobe Teil des Films. Nun musste aber noch der OFF-Ton (ihr erinnert euch: Die Tonspur, die nicht vom eigentlichen Bild kommt 😊) passend darüber gelegt werden. Anschließend haben wir so gut wie alle Versprecher und „ähm’s“ herausgeschnitten und die Farben des Bilds sowie das Zusammenspiel der Tonspuren angepasst. Auch die Musikauswahl stellte sich schwieriger heraus als vermutet. Und so legten wir auch am letzten Tag eine Nachtschicht ein und verließen als letztes Team um 4.00 Uhr nachts die Hochschule. Erschöpft aber überglücklich – der Film war fertig! 🥳

 

Und dann war er da! Der Tag der Premiere. Irgendwie war das völlig verrückt. Ein Jahr zuvor hatten wir die Premiere unserer Vorgänger besucht und plötzlich standen wir da: Herausgeputzt und voller Vorfreude die anderen Dokus zu sehen und natürlich unseren Film zu präsentieren. Genau wie wir vor einem Jahr war auch meine Nachfolgerin AZUBIT Berivan an diesem Abend mit dabei. Ihre Aufgabe war es, die Premiere auf Fotos festzuhalten. Vielleicht habt ihr ja schon unseren gemeinsamen Post auf unserem Instagram-Feed dazu gesehen 😊. Mit Sekt und Häppchen versorgt ging es – nach einer kurzen Anmoderation der Rektorin und des verantwortlichen Dozenten – auch schon los. Nach jedem Film wurde das jeweilige Filmteam mit dem zugehörigen Protagonisten interviewt. Nach sechs wirklich gelungenen Filmen war es dann so weit. Wie sagt man so schön: Last but not least hieß es dann „Klappe auf und ab in die Freiheit“.
Als die ersten Bilder über die großen Leinwände flimmerten, waren wir stolz, erleichtert und  voller Freude – einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt. Auch Sonja – die den Film an diesem Abend zum ersten Mal sah – war vom Ergebnis total begeistert. Alles in allem war die Premiere ein wunderschöner Abend mit vielen Gästen, darunter Vertreter der Hochschule und Freunde und Familie der Studenten und Protagonisten.

 

Wenn ihr euch unseren Film auch mal anschauen möchtet, klickt einfach auf das folgende Bild und ihr werdet direkt zum YouTube-Video weitergeleitet 🎬🍿:

 

Ich denke der ein oder andere kann nachvollziehen, warum mir dieses Projekt bisher am besten gefallen hat :). Ich bin glücklich, dass wir diese tolle Erfahrung im Rahmen unseres Studiums machen durften und freue mich auf viele weitere spannende Projekte.

 

So, das war’s von mir – liebe Grüße an euch da draußen!

Bis bald 💚

AZUBIT Nathalie

 

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