AZUBIT Nadine | Bachelor of Science - Wirtschaftsinformatik | Neckarsulm

Neue Konzepte I + II – Wenn ein Projekt alles fordert.

Die vergangene Theoriephase hatte es wirklich in sich. Denn der Schein trügte: Auf unserem Vorlesungsplan standen nicht viele Module, wodurch klar war, dass im 5. Semester nicht sehr viele Klausuren anstehen werden. Doch dass ein zehn wöchiges Projekt uns noch sämtliche Nerven rauben wird, spürten wir noch früh genug.

Zunächst einmal möchte ich euch einen kleinen Einblick in die Theorieinhalte des 5. Semesters geben. Folgende Vorlesungen/Themen begleiteten uns von November 2016 bis Februar 2017:

  • IT-Management und IT-/EDV-Recht [zusammen ergeben sie mit einer weiteren Vorlesung im 6. Semester das Modul IT- und Geschäftsprozess-Management]
  • Handelslogistik [Inhalte: allgemeine Themen der Logistik – Kennzahlen, Lagerhaltung, Kybernetik, etc.]
  • Methoden der Wirtschaftsinformatik [Inhalte: Datenschutz & Datensicherheit, Informationssicherheit, Biometrie, etc.]

Über diese Bereiche wurden auch unsere vier Klausuren am Ende der Theoriephase geschrieben. Doch diese waren diesmal nicht das „große Finale“ des 5. Semesters.

Denn seit Beginn der Theoriephase begleitete uns ein großes Projekt. Es nannte sich „Neue Konzepte I+II“. Ihr fragt euch bestimmt, was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt – wir wussten es zunächst selbst nicht, bis uns die Aufgabenstellung erläutert wurde. Es handelte sich um ein großes Projekt, welches zehn Wochen lang andauern sollte. Ziel sollte es sein, dass am Ende dieser Zeit eine Datenbank-basierte verteilte Web-Anwendung steht. Wir sollten ein Web-basiertes Frontend entwickeln, welches auch auf mobilen Geräten via HTML5 nutzbar ist. Die Server-basierte Implementierung sollte entweder auf SAP ECC NW 7.50 BSP oder Java-Servlet/JSP basieren – deutlicher formuliert: Die Projektgruppen mussten sich entscheiden, ob sie innerhalb der ABAP- oder Java-Programmierung für dieses Projekt bleiben wollen. Beide Varianten waren bisher ein Bestandteil des Studiums, wodurch zumindest Grundkenntnisse bei jedem Studenten vorhanden sein sollten.


Doch was war der Hintergrundgedanke für eine solche Anwendung, was war das „wirkliche“ Thema?
Die Anwendung soll ein effektives EDV-Tool zur Terminverwaltung zwischen der DHBW und deren Partnerunternehmen sein. Um den gesamten Hintergrund besser verstehen zu können, ist hier eine kurze Zusammenfassung über die Hauptfunktion der Anwendung aus dem eigens erstellen Benutzerhandbuch, welches auch ein Teil der Aufgabenstellung war :
„Die Anwendung fungiert als Datenbank-basierte und verteilte Web-Anwendung, welche dazu dient, den intensiven Kontakt zwischen der DHBW Mosbach und ihren Partnerunternehmen zu pflegen. Die Anwendung soll ein System darstellen, welches ermöglicht, Unternehmensbesuche durch Vertreter des Hochschulstandorts Mosbach zu koordinieren und zu dokumentieren. Zudem werden durch die Anwendung Doppelbesuche vermieden sowie ein allgemeiner Informationsaustausch zwischen Professoren und weiteren Mitarbeitern der DHBW Mosbach erleichtert. Der Hintergrund der Anwendung  findet sich in einer angemessenen und optimalen Partnerbetreuung wieder. Es gilt, bedeutsame Partner, in diesem Falle Partnerunternehmen, deren Studenten an der DHBW Mosbach studieren, bestens zu betreuen und in ständigem Kontakt mit ihnen zu stehen.“

Und dann wurde es stressig..
Als wir die Aufgabenstellung hörten und ungefähr wussten, um was es sich hierbei handeln soll, dachten wir zunächst relativ bescheiden und locker darüber nach. Sätze wie „Das schaffen wir gemeinsam im Team sicher ganz locker – wir haben Programmierer, gute Schreiber, etc.“ oder „Vor den Klausuren werden wir alles fertig haben – garantiert.“ sind häufig gefallen. Aber da täuschten wir uns. Oft legten einzelne Teamkollegen eine Nachtschicht ein, oft saßen wir gemeinsam als Gruppe ca. zehn bis zwölf Stunden am Tag zusammen und arbeiteten daran und sehr, sehr oft änderten sich grundlegende Gedanken und Ideen, die wir von Anfang an hatten aber letztendlich doch noch kurz vor der Frist abändern wollten. Wie so oft in schulischen Projekten kam also alles anders als anfangs geplant. Das Projekt forderte tatsächlich alle Nerven, die ein dualer Student besitzen kann. Natürlich kann man hierbei nun schmunzeln und überlegen, ob es nun am Team lag, an der Zeitplanung oder an den massig vielen Ideen, die wir hatten und unbedingt umsetzen wollten. Wir merkten schnell, dass wir zu viele Ideen aber zu wenig Zeit hatten. Letztendlich wurde sogar in der Nacht vor dem Präsentations- und Abgabetag gearbeitet und alles komplett fertiggestellt.

Das Projekt forderte somit nicht nur Nerven und Geduld, sondern auch eine Menge Kaffee, Süßigkeiten und den Willen, etwas Gutes zu erreichen.

Ihr merkt also: Ein duales Studium ist tatsächlich ein „Intensivstudium“ und dieses Mal war es intensiver denn je. Was ich hierbei gut fand, war der Bezug zur Realität. Wir wussten, dass diese Art von einer Anwendung tatsächlich irgendwann einmal an der DHBW Mosbach eingeführt werden soll und wir wussten auch, dass im richtigen Geschäftsumfeld ähnliche Projekte existieren und womöglich ähnliche Probleme, Nachtschichten o.ä. auftauchen können, wie in unserem Fall.

So viel zu meinem Einblick in das 5. Semester.

Liebe Grüße
Nadine

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