AZUBIT Daniel | Fachinformatiker/in - Anwendungsentwicklung | Köln

Nicht für die Schule, sondern für’s Leben lernen wir

Jetzt bin ich bereits über ein Jahr bei Bechtle. Zeit dafür, dass ich einmal über etwas schreibe, über das ich noch gar nicht berichtet habe: die Schule.

Ich berichte euch heute über unser erstes Schuljahr beziehungsweise über die Fächer, die wir in diesen ersten vier Schulblöcken hatten.

Meine Mit-Azubis und ich haben Blockunterricht. Das heißt, statt einen oder zwei Tage in der Woche zur Schule zu gehen, haben wir in unregelmäßigen Abständen ganze Schulblöcke von unterschiedlicher Länge. Mal sind es drei Wochen, mal sind es vier Wochen.
Während es in einigen Fächern den normalen, durchgehenden Unterricht gibt, wie man ihn aus der Schule noch kennt, haben wir in anderen Fächern recht gezielte Blöcke, die dann auch bei uns im IT-Systemhaus Köln vertieft werden. Hier eine Übersicht über meine Fächer, inklusive Beschreibungen.

Anwendungsentwicklung (ANW)
Dies ist (zusammen mit dem gleich folgenden ITK) eines unserer Hauptfächer und gleichzeitig auch das Fach, das wir dann immer im Betrieb vertiefen. In ANW geht es um das, was unseren Job ausmacht. Wir lernen dort nicht nur die Grundlagen des Programmierens – bei uns in der Sprache C# – sondern auch etwas über Datenbankentheorie und Datenbankensprachen – hier SQL – und bekommen erste Einblicke und Erfahrungen im Projektmanagement.
Im ersten Jahr wurde dieses Fach tatsächlich in zwei ANW-Klassen gespalten. Eine für Programmierung und eine für Datenbanken.

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Informations- und Kommunikationstechnik (ITK)
ITK stellt uns die gesamte technische Seite des Fachinformatikers vor. Elektronik, Logik, Zahlensysteme und Hardware sind einige der Themen, mit denen wir uns hauptsächlich beschäftigt haben.

Wirtschaft und Geschäftsprozesse
Vielleicht erinnert sich ja jemand noch an den einen Fall, der in den letzten zwölf Monaten mal durch die Medien ging: Eine Schülerin, die kurz vor dem Abitur stand, beschwerte sich auf Twitter, dass sie zwar Gedichte analysieren und irgendwelche Vektor-Algebra kann, aber keine Ahnung von Steuererklärung, Mietvertrag und Verbraucherrechte hätte. Jetzt wisst ihr genau, was man nach drei Jahren Wirtschaft und Geschäftsprozesse alles weiß. In unserem ersten Jahr haben wir uns hauptsächlich mit Sachen wie Rechten und Pflichten von Azubi und Betrieb sowie mit Marktsituationen, Monopolen und Ähnlichem beschäftigt.

Deutsch-Kommunikation
Ein interessantes, aber merkwürdiges Fach. Wir haben hier Karten sortiert, Krawatten gebunden und Bauklötzchen gelegt. Wer jetzt meint, ich hätte meinen Verstand verloren – halt! Nehmt euch mal eine von Vaters Krawatten, legt sie euch um den Hals, stellt euch Rücken an Rücken mit eurem Vater und bittet ihn, das er euch – ohne zu gucken – erklärt, was ihr machen müsst. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in einem gigantischen Chaos enden wird, ist hier sehr hoch – und dafür haben wir dieses Fach. Wie erklärt man etwas? Wie findet im Team Kommunikation statt? Und zwar so, dass am Ende tatsächlich Fehler erkannt und behoben werden können.

Fachliches Englisch
Englisch. Was soll ich da viel erzählen. Vielleicht, dass wir uns hier in zwei Gruppen aufgeteilt haben. Meine Gruppe besteht aus denen, die bereits recht sicher im Umgang mit Englisch sind und daher beschäftigen wir uns nicht damit, in Konversationen auf Englisch sicherer zu werden, sondern eher mit Diskussionen über politische Themen, die gerade uns IT-Fachkräfte beschäftigen sollten. Debatten über Verschlüsselung, TTIP und die (fast) ewige Auseinandersetzung zwischen YouTube und der GEMA waren z.B. Themen, die uns beschäftigt haben.

Sport
Ich denke hierzu muss ich auch nicht viel erzählen, oder? Zu erwähnen wäre vielleicht, dass wir durch die kriegsbedingten Flüchtlinge recht früh unsere Turnhalle „abgeben“ mussten und von diesem Zeitpunkt an unseren Sportunterricht in einem hervorragenden Sportzentrum in der Nähe haben stattfinden lassen – genial!

IT-Recht
Mein großer Favorit und ein Unterscheidungsmerkmal unserer Schule war der Unterricht in IT-Recht. Gehalten von einem Kölner Rechtsanwalt, der sich in diesem Feld spezialisiert hat, wurde uns hier ein größtmöglicher Querschnitt von rechtlichen und für uns relevanten Themen gezeigt. Urheberrecht, Telemediengesetz, Downloads, Vertragsrecht. Kurz, fast alles, das uns irgendwann mal über den Weg laufen könnte, wurde zumindest angeschnitten.

So, jetzt wisst ihr zumindest, was mich im ersten Ausbildungsjahr beschäftigt hat. Im zweiten Jahr sind Deutsch und IT-Recht weggefallen, dafür haben wir jetzt Politik und Projektmanagement auf unserem Stundenplan serviert bekommen. Davon berichte ich euch noch.

Damit verabschiede ich mich nun und wünsche euch noch einen guten Start ins neue Jahr!

Daniel

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