AZUBIT Daniel | Fachinformatiker/in - Anwendungsentwicklung | Köln

Unsere CompTIA Network+ Zertifizierung

Wer will fleißige Azubis sehen, der muss nur zu Bechtle gehen…
Ok, bevor ich noch mehr Geld in die Schlechte-Lieder-Kasse werfen muss, erzähl ich euch lieber wie es dazu kam, dass ich Mitte März mit acht weiteren Kollegen schwitzend in einer Prüfung saß.

Im Oktober 2016 begann mit einem eintägigen Kick-off in der Zentrale in Neckarsulm unser Weg zur CompTIA Network+ Zertifizierung. Super! Die Worte stehen bereits im Seitentitel – Und was ist das jetzt?

Die Network+ Zertifizierung ist eine Bestätigung, z.B. gegenüber Kunden und Arbeitgebern. Eine Bestätigung, dass eine zertifizierte Person alles an Wissen und Fähigkeiten mitbringt, um problemlos Netzwerke, egal ob verkabelt oder drahtlos, egal ob über Kupfer oder über Lichtwellenleiter, nicht nur zu planen und einzurichten, sondern diese auch zu warten und gegebenenfalls Fehlerquellen zu finden und zu beheben.
Im Gegensatz zu bekannten Zertifizierungen von Firmen wie Microsoft und Cisco sind die CompTIA Zertifizierungen händlerneutral ausgelegt. Es wird also nicht belegt, dass man weiß wie man etwas mit dem Gerät eines bestimmten Händlers einrichtet oder mit einer bestimmten Software, sondern den gesamten Hintergrund warum und wie man etwas einrichtet – und wie man erkennt wo und warum etwas nicht stimmt. In anderen Worten: Hat man es geschafft, dass am Ende der Prüfung ein „Congratulations“ auf dem Bildschirm erscheint, hat man bewiesen sich ausreichend mit den Grundlagen, Feinheiten und Eigentümlichkeiten von Netzwerken beschäftigt zu haben. Allen Netzwerken.

Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg. CompTIA empfiehlt, dass man sich vorher bereits ein dreiviertel Jahr mit Netzwerken beschäftigt hat, bevor man auch nur anfängt, sich auf die Zertifizierung vorzubereiten. Wir hatten nach dem Kick-off sechs Monate Zeit uns im Eigenstudium durch ein Lehrbuch zu arbeiten. Zusätzlich gab es eine Lerngruppe, Unterstützung durch die Fachkräfte in den IT-Systemhäusern und mehrere Webkonferenzen, in denen man dem Dozenten gegebenenfalls aufgekommene Fragen stellen konnte. Am Ende dieser Zeit gab es noch einmal eineinhalb Tage mit dem Dozenten in Neckarsulm, an denen wir uns mit fast 1.000 Übungsaufgaben rumschlugen. Zusätzlich hatten wir auch noch einmal abschließend die Möglichkeit in unserem kleinen Kreis von vielleicht einem Dutzend Leuten, gezielt Fragen zu stellen.

UFF!

Nach dem Mittagessen ging es in die Prüfung. Plötzlich wurde uns klar, wie ernst diese Prüfung genommen wurde. Es wurden Fotos von uns gemacht, wir mussten Unterschriften abgeben – in Tinte und digital – und die Prüfung wurde mit maximal neun Leuten gleichzeitig an speziellen Rechnern gemacht. Die Aufgaben wurden verschlüsselt von zentralen Servern geliefert und erst mit Auswahl unseres Namens entschlüsselt. Fast 90 Fragen, für die wir 120 Minuten Zeit hatten. Eine halbe Stunde länger als üblich, da wir die Prüfung direkt auf Englisch abgelegt haben – und die Fragen hatten es in sich! Glaubten wir nach Tagen der Löserei von Übungsaufgaben anfangs die Prüfung mit Links zu bestehen, brach bei allen Anwesenden schon nach kurzer Zeit der Schweiß aus. Des Öfteren hörte man ein leises, ungläubig vor sich hingemurmeltes „…was?“. Und um den Puls am Ende nochmal in die Höhe zu treiben, erscheint nach Abgabe der letzten Bestätigung keine Meldung, ob man bestanden hat oder nicht – das wäre zu einfach. Stattdessen muss man sich noch durch eine Umfrage quälen und die verlangt auch noch, dass man sich alle Antworten zumindest anguckt, bevor man weiterklicken darf.

Ich löse es jetzt natürlich auf: Wir haben tatsächlich alle in unserer Gruppe bestanden. Trotzdem war die Durchfallquote dieses Jahr anscheinend recht hoch. Aber wie es unser Dozent schon sagte: Wer sich tatsächlich vorbereitet hat, kommt auch durch. Ein schickes Zertifikat zum an die Wand hängen gibt’s auch noch. Aber da muss ich leider noch ein paar Wochen drauf warten.

So, das war es jetzt wieder mal von mir. Ich freue mich auf Fragen oder Kommentare und sage tschüss bis zum nächsten Mal.

Daniel

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