AZUBIT Silas | Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel | Gaildorf

Wie sieht eigentlich ein Tag in der Finanzbuchhaltung aus?

Da ich während meiner Ausbildung bei Bechtle in Gaildorf die meiste Zeit in der Finanzbuchhaltung (FiBu) verbringe, möchte ich euch heute darüber berichten, wie ein gewöhnlicher Arbeitstag bei mir aussieht.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Buchhaltung ein zentrales „Buch“ enthält, nämlich die „Bilanz“. Die Bilanz ist, vereinfacht gesagt, aufgeteilt in das Vermögen (links) und die Schulden (rechts) eines Unternehmens.

06-06-2016 09-22-29
Nun aber zu meinem Tagesablauf. Wenn ich morgens zur Arbeit komme, fahre ich als erstes meinen PC hoch, da selbst die Buchhaltung in der digitalisierten Welt über Computersysteme läuft und nicht mehr tatsächlich in einem Buch erfasst wird. Meine erste Aufgabe ist das Buchen von Kundenrechnungen. Also Rechnungen, die wir an unsere Kunden ausstellen, weil sie Ware von Bechtle gekauft haben. Das bedeutet, beim Ausstellen der Rechnung hat der Kunde zwar die Ware bereits erhalten, jedoch hat er noch kein Geld bezahlt. Daher kommt der Begriff „Forderung“: Wir haben gegenüber unserem Kunden eine Forderung (Geld), weil dieser von uns eine Leistung (Ware) bekommen hat. Umgekehrt haben wir „Verbindlichkeiten“ gegenüber unseren Lieferanten, welche uns Ware geliefert haben und nun Geld möchten. Als erstes werden also die Kundenrechnungen als Forderungen in die Bilanz gebucht und sind daher auf der Vermögensseite der Bilanz zu sehen. Da Bechtle ein Handelsunternehmen ist, muss diese Ware vorher von einem unserer Lieferanten gekauft werden. Die Lieferanten möchten von Bechtle natürlich auch Geld haben und stellen Rechnungen an uns aus. Diese Rechnungen buche ich als nächstes auf die Schuldenseite der Bilanz als Verbindlichkeiten.

06-06-2016 09-10-11

Nun, da alle Rechnungen gebucht sind, werfe ich einen Blick auf unser Bankkonto. Dieses befindet sich auf der Vermögensseite der Bilanz. Die Kundenrechnungen, die ich gerade gebucht habe, sind natürlich noch nicht bezahlt. Möglicherweise jedoch die Rechnungen der letzten Woche. Durch das Buchen des Bankkontos verschwindet die Forderung gegenüber unseren Kunden und der Kontostand steigt.

06-06-2016 09-11-32

Der nächste Schritt ist nun zu überprüfen welche Kunden, die bereits eine Rechnung erhalten haben, diese noch nicht bezahlt haben. Hier ist es wieder hilfreich, dass keine echten Bücher verwendet werden. Stattdessen zeigt mir das Computersystem eine Liste mit Rechnungen an, die schon fällig sind, aber von unseren Kunden noch nicht bezahlt wurden. Mithilfe dieser Liste starte ich nun einen sogenannten Mahnlauf, der an die Kunden eine Zahlungserinnerung per E-Mail oder Fax versendet.

Damit wir solche Zahlungserinnerungen nicht von unseren Lieferanten erhalten, starte ich anschließend einen Zahllauf. Dieser ist ähnlich wie der Mahnlauf. Der Unterschied besteht nur darin, dass mir das System eine Liste mit Rechnungen anzeigt, die nun fällig sind und an unsere Lieferanten überwiesen werden müssen. Mit der Durchführung des Zahllaufs sorge ich also dafür, dass Geld von unserem Bankkonto auf das Konto unseres Lieferanten überwiesen wird. Auf der Bank ist dies allerdings erst einen Tag später zu sehen, da dieser Prozess ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Am nächsten Tag werde ich dann beim Überprüfen des Bankkontos die Überweisungen an unsere Lieferanten buchen können. Somit werden die Verbindlichkeiten von unserer Schuldenseite gestrichen und der Kontostand nimmt ab.

06-06-2016 09-12-39

Nachdem ich die Rechnungen mit dem Zahllauf überwiesen habe, sind alle meine Aufgaben erledigt.
Und so endet der Arbeitstag für mich in der FiBu. Falls ihr noch Fragen zu der Arbeit in der FiBu habt, schreibt mich einfach an :)

Viele Grüße
Silas

0 Kommentare

Hier ist Platz für deinen Kommentar.